Information zum Fach Sozialkunde

"Demokratien sind nur lebensfähig, wenn sie von ihren Bürgern verstanden werden." (G. Sartori)
"Der demokratische Rechtsstaat lebt vom mündigen Mitdenken und Mittun seiner Bürgerinnen und Bürger und ihrer Bereitschaft, sich selbst- und sozialverantwortlich ein Urteil zu bilden, in der Verfassung normierte Regeln und Werte zu respektieren und sich für sie zu engagieren." ("Münchner Manifest" vom 26. Mai 1997)


Diese beiden Zitate sind dem Fachprofil des Sozialkundelehrplans von 2004 vorangestellt. Sie sollen zum Ausdruck bringen, dass der Sozialkundeunterricht in der Berufsschule den Schülerinnen und Schülern helfen soll, sich in der Gesellschaft zu orientieren und sie zu einer aktiven Teilhabe zu motivieren.

Sozialkundeunterricht darf allerdings nicht auf der Ebene der reinen Wissensvermittlung stehen bleiben. Die Schüler sollen lernen, nach Prüfung ihrer eigenen Standpunkte verantwortbare Entscheidungen zu treffen. 

Um diese Fähigkeiten zu erwerben, müssen sich die Schüler mit kontroversen Situationen auseinandersetzen und lernen, unterschiedliche Meinungen zu akzeptieren. Durch aktivierende Methoden und Schülerselbsttätigkeit sollen außerdem die allseits geforderten Schlüsselqualifikationen - Fach-, Methoden- und Sozialkompetenz - erworben und vernetzt werden.

In diesem Sinne vermittelt der Sozialkundeunterricht an Berufsschulen folgende Lerngebiete:


10. Jahrgangsstufe:

  1. Aufbildung und Beruf (z.B. Duale Ausbildung, Arbeitsrecht, Tarifrecht)

  2. Die Arbeitswelt im Wandel (z.B. Verlagerung der Arbeitsplätze durch Globalisierung, Arbeitslosigkeit und arbeitsmarktpolitische Konzepte)

  3. Soziale Sicherung: (z.B. soziale Sicherungssysteme, Reformkonzepte)

  4. Recht (z.B. Grundlagen des Rechts, Geschäftsfähigkeit, Strafmündigkeit)

  5. Soziale Beziehungen (z.B. Sozialisationsinstanzen, Familie)

 

11. Jahrgangsstufe:

  1. Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland, Staatsziele und Staatsordnung (z.B. Grundgesetz, Gefahren für die Demokratie)

  2. Der politische Entscheidungsprozess (z.B. Entscheidungsprozesse in der Gemeinde, Föderalismus, Gesetzgebung)

  3. Repräsentation und Wahl (Parteien, Wahl, Medien)

  4. Politik und Partizipation (Akzeptanz von Politik, Pluralismus, aktive Teilhabe an der Willensbildung)

  5. Deutschland in Europa (z.B. der europäische Einigungsprozess, die EU-Erweiterung, EU-Verfassung usw.)

 

12. Jahrgangsstufe:

  1. Wirtschaften und Wirtschaftspolitik (z.B. Grundlagen des Wirtschaftens, Vertragsrecht, Rechtsformen der Unternehmen, Konjunktur, Geldwert, Außenhandel)

  2. Lebens- und Zukunftssicherung durch ökologisch-nachhaltige Entwicklung (z.B. Umweltschutz, ökologisch verantwortliches Verbraucherverhalten)

  3. Internationale Beziehungen (z.B. Grundstrukturen der internationalen Politik am Beispiel eines aktuellen Konflikts in der Weltpolitik; Problem der Unterwicklung und deren Folgen wie Migration und Terrorismus)


Das Fach Sozialkunde wird in der Berufsschulabschlussprüfung bei allen Kammern und Innungen unter der Bezeichnung "Wirtschaft und Sozialkunde" abgeprüft.

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