Ausstellung „Einfach menschlich“ in der Aula

2018 Sucht01„Ich fand diese Ausstellung sehr gut, da ich zurzeit selbst einige Suchtprobleme habe und ich mir jetzt sehr wahrscheinlich professionelle Hilfe suchen werde.“
„Mir war gar nicht bewusst, wie viele verschiedene Ausprägungen von Sucht es gibt!“
Zwei Schüleraussagen zur Ausstellung.

"In seiner grundsätzlichen Offenheit und Unvorhersehbarkeit ist Leben ein spezifisches Wagnis, dem wir nicht ausweichen können und das unser Wohlbefinden ermöglicht und gleichzeitig gefährdet. 
Entwicklungs- und Reifungskrisen, Identitäts- und Wertkrisen, Krankheiten und Schmerzzustände, Arbeitslosigkeit und ökonomische Notlagen, Beziehungskrisen, Über- und Unterforderung, Rivalität und Konkurrenz, Rollen- und Statuskrisen sind die Herausforderungen, mit denen unsere Kräfte wachsen oder an denen wir scheitern. (…)

Um das Bittere und Schwierige aus dem Leben zu verbannen oder es zu bändigen, greifen wir zu Schlafmitteln, zu Tranquilizern, zu Aufputschmitteln, zu Betäubungsmitteln, werden depressiv, verbittert oder streitsüchtig, verlieren das Gefühl für Wesentliches, verkriechen uns in Arbeit, in die Familie, fliehen in den Alkohol oder an den Eisschrank.

Unsere Lebens- und Verarbeitungsmuster sprechen Bände - und deshalb müssen wir in diesen Büchern des eigenen Lebens lesen lernen, um zu verstehen, durch welche Landschaft der Sehnsucht und der Sucht wir zusammen mit anderen Menschen wandern, woher wir kommen, wo wir stehen und wohin wir wollen." (Annelie Keil)

Das Zitat von Annelie Keil beschreibt sehr treffend, mit welchen Problemen Betroffene und Angehörige von betroffenen Süchtigen konfrontiert sind. Das Projekt EINFACH MENSCHLICH ist im Jahre 1998 aus der Idee von genesenden Süchtigen und ihren Angehörigen entstanden, süchtiges Verhalten für nicht-betroffene oder noch nicht betroffene Menschen verstehbar und nachfühlbar zu machen. Das Projekt hat sich von Anfang an verstanden als ein Beitrag, dem Abgleiten eines Menschen in den Weg süchtigen Verhaltens zuvorzukommen, also im Wortsinne Prävention zu leisten.
Träger der Ausstellung ist der gemeinnützige Verein S.u.G. – Suchtprävention und Genesung e.V. Regensburg, ein Zusammenschluss genesender Süchtiger und Angehöriger. Seit März 2017 wird das Projekt durchgeführt in Kooperation mit der AOK Gesundheitskasse.

2018 Sucht02 Aussagen von Schülern, die die Ausstellung bereits. besucht haben:
• ich fand diese Ausstellung sehr gut, da ich zurzeit selbst einige Suchtprobleme habe und ich mir jetzt sehr wahrscheinlich professionelle Hilfe suchen werde
• interessant gestaltete Infoveranstaltung, spannend, sehr offene „Sprecher“, nicht verurteilend uns gegenüber
• die Ausstellung hat mir viele Informationen über das Thema „Sucht gegeben, die ich noch nicht gewusst habe
• ich finde es gut, dass die Ausstellung von Betroffenen geleitet wird, da dies wesentlich authentischer wirkt und näher am Thema ist, als Kurse, die von Krankenkassen oder Ärzten begleitet werden
• mir war gar nicht bewusst, wie viele verschiedene Ausprägungen von Sucht es gibt